Kundenservice erst auf Nachfrage

Ende November letzten Jahres war ich in Bielefeld bei Big Bruns um mir ein neues Paar Schuhe zu kaufen.

Nach dem Anprobieren von zwei oder drei verschiedenen Paar Schuhen entschied ich mich für ein Paar Camel Active Sneaker in braun, die mir gut gefielen.

Bereits einen halben Monat später zeigten die Schnürsenkel in beiden Schuhen “Verschleißerscheinungen”:

Die Ummantelung der Schnürsenkel war gerissen bzw. durchgescheuert, so dass die Enden, mit denen man die Schuhe zuschnürt, nur noch an ein paar dünnen Fäden hingen.

Bis gestern verbrachten die Schuhe die Zeit im Auto und ich trug zwischenzeitlich wieder meine alten Schuhe, die ich dank der neuen Sneaker eigentlich ausrangieren wollte.

Gestern begab ich mich nach Bielefeld zum Brunch mit El Bato (nochmal Danke für die Einladung) und ergriff die Gelegenheit, vorher mit den Schuhen bei Big Bruns vorbeizuschauen in der Hoffnung, unkompliziert Ersatz für die kaputten Schnürsenkel zu bekommen.

Als ich das Geschäft um kurz nach 10 Uhr betrat traf ich auf zwei Verkäufer, von denen mir einer (Verkäufer2) die Schuhe im November verkauft hatte.

Nachdem ich die Schuhe auf den Tresen gestellt und die beiden Verkäufer begrüßt hatte entwickelte sich folgender Dialog:

Ich: “Ich hätte gerne ein neues Paar Schnürsenkel, da die jetzigen durchgescheuert sind. Die Schuhe habe ich erst vor einem Monat bei Ihnen gekauft.”

Verkäufer1 guckt sich die Schnürsenkel an, dreht sich dann mit fragendem Gesichtsausdruck zu Verkäufer2.

Verkäufer2: “Schnürsenkel haben wir nicht. Die bekommen Sie bei Görtz.”

Ich: “Aber ich habe die Schuhe bei Ihnen gekauft.”

Verkäufer2: “Das Einzige was ich machen kann, ist die Schnürsenkel bei Camel zu bestellen.”

Ich: “Können Sie mir denn nicht die Schnürsenkel aus einem neuen Paar Schuhe geben und wenn Sie die Schnürsenkel vom Camel bekommen haben machen Sie die da wieder rein?”

Verkäufer2 guckt irgendwie irritiert, hat mit so einem Vorschlag offenbar nicht gerechnet.

Verkäufer1 ergreift die Initiative und guckt sich die Schuhe auf dem Tresen genauer an.

Beide gehen mit einem meiner Schuhe zum Schuhregal und suchen offenbar das gleiche Modell.

Sie kommen mit einem gleichen/ähnlichen Modell von Camel zurück und fädeln die Schnürsenkel aus diesen Schuhen.

Verkäufer2 ist sichtlich genervt, versucht aber Haltung zu bewahren. Trotzdem kann er sich einen schnippigen Kommentar “Hier haben Sie die Schnürsenkel, mein Herr.” nicht verkneifen.

Ich fädele die kaputten Schnürsenkel aus meinen Schuhen, gebe diese Verkäufer2 und nehme die neuen Schnürsenkel samt meiner Schuhe, bedanke und verabschiede mich und verlasse das Geschäft.

Vielleicht gehe ich das nächste Mal besser direkt zu Görtz um meine Schuhe zu kaufen…